Die Funktion des Anwalts im Strafrecht


Das klassische Bild eines Anwalts im Bereich Strafrecht ist der Strafverteidiger. Daneben sind Anwälte im Strafrecht aber auch als Opfervertreter, Vertreter von Privatklägern und beratend tätig.

Der Anwalt als Verteidiger


Jeder Person, der eine Übertretung, ein Vergehen oder ein Verbrechen vorgeworfen wird, hat das Recht einen Verteidiger ihrer Wahl beizuziehen. In schwerwiegenden Fällen ist es sogar obligatorisch, einen notwendigen Verteidiger zu beauftragen. Auch Beschuldigte, die nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, haben Anspruch auf einen Strafverteidiger. In solchen Fällen setzt die Verfahrensleitung (Staatsanwaltschaft, Zwangsmassnahmengericht oder Strafgericht) einen amtlichen Verteidiger ein.

Der Anwalt als Opfervertreter


Nicht selten kommt es vor, dass das Opfer in einem Strafverfahren einen Rechtsbeistand braucht, um seine Forderungen nach Schadenersatz und Genugtuung durchzusetzen. Die entsprechenden Voraussetzungen und Bestimmungen finden sich im Opferhilfegesetz (OHG) sowie in der Strafprozessordnung (StPO).

Der Anwalt als Vertreter der Privatkläger


Bei verschiedenen Prozessformen, wie etwa bei Ehrverletzung, Drohung und Körperverletzung, kann die geschädigte Partei Strafantrag und Zivilforderungen stellen. Sie tritt dann als Privatklägerin im Verfahren auf. Auch in solchen Fällen ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen oder mindestens die Angelegenheit vorgängig mit einem Anwalt zu besprechen.

Der Anwalt als Berater


Sowohl im Privat- als auch im Geschäftsleben gibt es Pläne und Projekte, die besser im Voraus auf ihre rechtliche Durchführbarkeit überprüft werden sollten. Anwälte beraten Firmen und Private, damit aus einem guten Plan nicht aus Versehen eine Straftat wird.

Der Anwalt im Strassenverkehrsrecht


Begeht der Normalbürger, der meist auf sein Motorfahrzeug angewiesen ist, ein Delikt im Strassenverkehr, wird er damit oft zum Täter und wird – so empfinden es die meisten – wie ein Schwerstkrimineller behandelt. Neben dem Administrativverfahren, in welchem zum Beispiel der Führerausweis entzogen wird oder andere Massnahmen angeordnet werden, läuft in schwerwiegenderen Fällen, insbesondere auch bei einer groben Verkehrsregelverletzung, parallel dazu ein Strafverfahren. Die Akten werden von der Polizei an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, welche anschliessend einen Strafbefehl erlässt. Dieser wird – sofern er unangefochten bleibt – zum rechtskräftigen Urteil, und führt in der Folge zu einem Eintrag im Schweizerischen Strafregister. Um einem allfälligen Führerausweisentzug und einer nicht gerechtfertigten Strafe zu entgehen ist es daher ratsam, so früh wie möglich einen Rechtsanwalt einzuschalten, welcher sich mit SVG-Delikten gut auskennt und sich entsprechend den Anliegen des Klienten in die beiden Verfahren mit seinem Fachwissen einbringen kann.